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PSD Banken Beschäftigte fordern Verhandlungen

89 Prozent der befragten Beschäftigten der PSD Banken, ver.di Mitglieder und Nichtmitglieder, alt und jung, halten die betriebliche Altersvorsorge für ein wichtiges und sehr wichtiges Thema. Folgerichtig fordern über 86 Prozent ver.di auf, mit den Arbeitgebern zu verhandeln.

Nachdem die Arbeitgeber die Regelungen zur betrieblichen Altersvorsorge zum Ende September des Jahres gekündigt hatten (siehe dazu die Information unten), befragte ver.di in einer Umfrage die Beschäftigten der PSD Banken zu ihrer Einstellung zur betrieblichen Altersvorsorge. 675 hatten geantwortet, das heißt über 40 Prozent der beteiligten Belegschaften. ver.di nahm die Aufforderung an und die ersten Verhandlungstermine stehen bereits fest: der 2. Juni in Frankfurt und der 27. Juli.

Information vom Januar 2016:

Die PSD Banken haben die tariflichen Regelungen über die betriebliche Altersversorgung zum 30. September 2016 gekündigt. Zwar gilt noch ein Vertrauensschutz, der mit einigen Einschränkungen 10 Jahre weiter wirkt, aber Neueingestellte erhielten sie nicht mehr und spätestens ab 2026 würden alle Zahlungen in die Altersversorgung eingestellt. Die Banken begründen ihren Ausstieg mit den gefallenen Zinssätzen am Kapitalmarkt und streben daher Neuverhandlungen zu einem geringeren Zinssatz an. Mehr Datails erfahren Sie im Tarifinfo für PSD Banken Nr. 02/2016.

Ursprünglich wurde die betriebliche Altersversorgung als Nachteilsausgleich bzw. eine Besitzstandssicherung für das von der Deutschen Bundespost beurlaubte Personal geschaffen, das in die PSD Banken gewechselt ist. In Verhandlungen konnte ver.di sie dann auf alle Beschäftigten der PSD Banken ausweiten. Unter anderen Bestimmungsgrößen (Parametern) wurde eine Verzinsung von 6 Prozent festgelegt. Der Zinsatz wurde 2007 erstmals gekündigt und 2008 auf dem Wege eines Kompromisses über den Gehaltstarifvertrag auf 4,5 Prozent abgesenkt. Siehe dazu auch das Tarifinfo für PSD Banken Nr. 03/2016.

Das Tarifinfo für PSD Banken Nr. 04/2016 erläutert die Auswirkungen, die eine Absenkung des Zinsniveaus auf die Altersversorgung haben würde. Schon bei einer Absenkung auf 3 Prozent würde bei durchschnittlichen Bedingungen eine 30jährige Beschäftigte in der TG 5 im Rentenfall gut 50.000 Euro weniger ausbezahlt bekommen.

Zwar nennen die Arbeitgeber im Kündigungsschreiben keine Zielgröße für das künftige Zinsniveau, aber verweisen indirekt auf das "Zinsniveau 10jähriger Gelder", die 2008 bei 4,5 Prozent heute aber bei unter 1 Prozent "rentiere". Bisher zählten bei der betrieblichen Alterversorgung nur die Ziele Nachteilsausgleich und ausreichendes Einkommen im Alter. Kapitalmarktbindung spielte bisher keine Rolle. Ein gefährliches Fahrwasser, weiß doch jeder woraus die gegenwärtige Niedrigszinsphase resultiert, eine Spätfolge aus dem Bankenversagen, das 2007/2008 zur Finanzmarktkrise führte.

Übrigens: ver.di-Mitglieder wirken die gekündigten Regelungen zur Altersversorgung über den 30. September 2016 hinaus nach. Wer vor diesem Termin ver.di-Mitglied wird, sichert sich wichtige Ansprüche für die individuelle Altersversorgung! Wie und warum erklärt das Tarifinfo für PSD Banken Nr. 07/2016.