Banken

ver.di kritisiert Kündigungsdrohungen der Commerzbank

ver.di kritisiert Kündigungsdrohungen der Commerzbank

Der Vorstand muss jetzt aufzeigen, dass sich die anhaltende Niedrigzinsphase, Digitalisierung und Regulierung nicht zu einem gefährlichen Giftcocktail für gut qualifizierte Bankbeschäftigte entwickeln.

Christoph Meister, ver.di-Bundesvorstandsmitglied

ver.di kritisiert die Kündigungsdrohungen bei der Commerzbank. Die Stellenabbaupläne wurden am Rande einer Aufsichtsratssitzung öffentlich. Der Vorstand der Commerzbank plant eine Neuausrichtung der Geschäfte. Infolge des Konzernumbaus sollen in den nächsten Jahren rund 9.600 Arbeitsplätze wegfallen. Einzelheiten sind noch nicht bekannt.

ver.di hat den Vorstand der Commerzbank aufgefordert, den Beschäftigten nicht mit betriebsbedingten Kündigungen zu drohen. Der Vorstand müsse sich stattdessen zu einem sozialverträglichen Umgang bekennen, sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Christoph Meister am Donnerstag. Dies gelte umso mehr, als in den letzten Jahren bereits viele tausend Beschäftigte ihren Arbeitsplatz bei der Bank verloren hätten: „Der Vorstand muss jetzt aufzeigen, dass sich die anhaltende Niedrigzinsphase, Digitalisierung und Regulierung nicht zu einem gefährlichen Giftcocktail für gut qualifizierte Bankbeschäftigte entwickeln“, sagte Meister.

Nachvollziehbar sei indes die Strategie, Privatkunden- und Firmenkundengeschäft als Kerngeschäft der Commerzbank zu definieren, auszubauen und zu stärken. Damit würden die Filialen gestärkt, sagte Meister. Dass das Geldinstitut die Digitalisierung des Bankgeschäfts ernst nehme und maßgeblich mitgestalten wolle, sei nicht von der Hand zu weisen. Die Umsetzung, konkrete Zeitpläne und Schlussfolgerungen seien aber noch völlig unklar. Vor diesem Hintergrund seien auch angebliche Auswirkungen für die Beschäftigten nicht nachvollziehbar, sagte Meister. Es müsse jetzt darum gehen, die Neuausrichtung des Geldinstituts gemeinsam mit weiterhin engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu gestalten, anstatt ihnen mit Stellenabbauplänen Angst zu machen.