Postbank

Zeichen stehen auf Streik

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Zeichen stehen auf Streik

Arbeitgeber verweigern Kündigungsschutz bis 2022.
Kündigungsschutz 2022 Proteste ver.di FB1 Kündigungsschutz 2022 Proteste

Bisher haben wir uns bei den Warnstreiks noch sehr zurückgehalten. Die Arbeitgeberseite hat die Ernsthaftigkeit der Lage daher vielleicht noch nicht erkannt. Das Angebot der Arbeitgeber bedeutet auf der Gehaltsebene einen Reallohnverlust. Der Kündigungsschutz soll nur bis zum 30.06.2019 gelten.

„Das ist für uns nicht akzeptabel, da dieser in einer Phase auslaufen würde, in der wir ein hohes Risiko für Arbeitsplatzabbau sehen. Wir wollen die Beschäftigten für die Phase der Integration in die Deutsche Bank schützen.“ begründete ver.di-Verhandlungsführer Jan Duscheck die Ablehnung des Angebots durch die Verhandlungskommission.

Das Angebot der Postbank im Einzelnen:

Gehalt:

  • Ab 1. November 2017 Erhöhung um 1,5 Prozent (15 Monate)
  • Ab 1. Februar 2019 Erhöhung um 1,0 Prozent (5 Monate)

Das bedeutet bei einer Inflation von (im Moment) 1,8 Prozent in jedem Schritt einen Reallohnverlust:

  • Ab 1. November 2017: -0,3 Prozent
  • Ab 1. Februar 2019: -0,8 Prozent

Und das in einer Zeit, in der die Postbank ihr Ergebnis auf 316 Mio. Euro nahezu verdoppelt hat. Und unvermindert starkes Wachstum im Kreditgeschäft mit Privat-, Geschäfts-, und Firmenkunden vermeldet. Hinzu kommen:

  • 7 Leermonate
  • Lange Laufzeit bis 30.06.2019 (27 Monate)

Azubis:

  • Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 35,-€
  • Mit Inkrafttreten eines einheitlichen Tarifvertrages Anhebung der Vergütungen auf dem Niveau priv. Bankgewerbe

Kündigungsschutz:

  • Verlängerung bis 30.06.2019
  • Während dieser Zeit keine Möglichkeit für ver.di (mit Ausnahme der Entgelttarifverträge) Tarifverträge zu kündigen.
  • Bei den Integrationsverhandlungen könne der Kündigungsschutz abermals Verlängert werden.

Postbankzulage:

  • Die Beamten bei der Postbank erhalten ab Mai 2017 bis 31. 07.2019 wieder die Postbankzulage

Anerkennungstarifvertrag:

  • Der TV wird bei der BCB AG bis zum 31.12.2019 verlängert

Betriebliche Altersversorgung:

  • Verhandlungsverpflichtung zur Kapitaloption, wie im Filialvertrieb vereinbart, im IV Q zu vereinbaren
  • Angebot von Gesprächen für bisher „unversorgte“ über eine vom AG bezuschusste Betriebsrente können in 2018 aufgenommen werden

Änderung § 10 Filialvertrieb:

  • Verhandlungen können in 2017 aufgenommen werden

Zukunftstarifvertrag:

  • In Verhandlungen könne eingetreten werden. Bestandteil dieser Verhandlungen könne auch die Strukturforderungen für die PB Service, PB Direkt und die BHW KSG werden.

Die Arbeitgeber begründeten ihre Zurückhaltung bei diesem Angebot damit, dass zur Intergration von Postbank und Deutsche Bank noch keine Entscheidung gefallen sein. Ein längerer Kündigungsschutz hätte Auswirkungen auf den Kapitalmarkt. Der Integrationszeitraum geht jedoch bis mindestens 2022. Mit diesem Angebot halten sie sich die Möglichkeit eines umfangreichen Arbeitsplatzabbaus offen.

Damit verweigern sie uns Beschäftigten eine sichere Perspektive und darüber hinaus eine angemessene Beteiligung an den Unternehmensgewinnen.

Wir sagen: Dieses Angebot ist nicht verhandlungsfähig!

Wir kämpfen für die Sicherheit unserer Arbeitsplätze!

Alle ver.di-Mitglieder sind jetzt zur Urabstimmung über einen unbefristeten Erzwingungsstreik aufgerufen. Die Arbeitgeber haben die Möglichkeit einer guten Einigung verstreichen lassen. Nur mit einem unbefristeten Streik können wir den Druck erhöhen.

Für sichere Arbeitsplätze!

Für echte Reallohnerhöhungen!