Postbank

Geschäftsmodell: Wegen Personalmangel geschlossen!

Geschäftsmodell: Wegen Personalmangel geschlossen!

Wir sind die Zukunft! ver.di Fachbereich Finanzdienstleistungen Wir sind die Zukunft!  – Wir sind die Zukunft!

Was ist los im Filialvertrieb?
Unsere Kunden sind sauer. Sie stehen immer häufiger vor geschlossenen Postbank Finanzcentern. Den Unmut bekommen die Beschäftigten in der Filiale hautnah mit und das Tag für Tag.
Es ist unbestritten, dass die Transaktionsmengen im einfachen PDL-Geschäft rückläufig sind. Der Verkauf von anspruchsvolleren Produkten, wie z.B. Western Union, hat dagegen stark zugenommen. Dennoch hat der Arbeitgeber eine umfangreiche Personaldimensionierung mit einem Umfang von 569 Personaleinheiten beschlossen, den der GBR auf einen Abbau von maximal 306 Vollzeitstellen reduzieren konnte. Wie wir feststellen müssen, hat der Arbeitgeber aber schon vor Umsetzung der Personaldimensionierung viele Hände aus den Filialen genommen.

Stabilitätsfaktor befristet Beschäftigte
Die ersten Einschnitte dieses Abbaus merken Beschäftigte sowie Kunden schon jetzt. Viele unserer Beschäftigten von den nur unzureichend besetzten Filialen leiden unter der immer größer werdenden Belastung. Befristet Beschäftigte erhalten keinen Anschlussvertrag. Diese Reserven waren die letzten Jahre ein Stabilitätsfaktor, der jetzt auf einmal fehlt. Von den rund 1000 Vorruhestandswilligen ergab sich nur für wenige die Möglichkeit ein Angebot zu erhalten.

Personaldimensionierung und dann?
Es ist klar verabredet, dass nach der Umsetzung Vakanzen, also freie Stellen besetzt werden müssen.
In der Zwischenzeit, die wer weiß wie lange dauert, muss weniger Personal die Arbeit bewältigen. Und das unter dem Aspekt, dass der Altersdurchschnitt der Kolleginnen und Kollegen am Schalter 50 Jahre beträgt und die Schalterkräfte zudem schwere körperliche Arbeit verrichten müssen.
Hier muss man sich nicht wundern, dass wir eine Krankenquote im Filialvertrieb haben, die mit über 10% exorbitant hoch ist. Unter den Voraussetzungen wie eben beschrieben, muss man also davon ausgehen, dass diese Quote noch weiter ansteigen wird.
Unzureichend besetzte Filialen führen unweigerlich zu einer höheren psychischen Belastung unserer Mitarbeiter, weil die Kunden für lange Schlangen und geschlossene Filialen kein Verständnis haben. Dementsprechend gibt es auch in Filialen zunehmend verbale und physische Gewalt.

Ist das das einzigartige Geschäftsmodell?
Die Belastung und den Druck tragen alleine die Kolleginnen und Kollegen in den Filialen.
Die Postbank hat ein Pfund – noch! Früher hatten das auch die Sparkassen, nämlich die Kunden in der Filiale. Diese Kunden kann man auf Finanzdienstleistungsprodukte ansprechen. Die Sparkassen haben über die Automatisierung die Kunden aus den Filialen geschickt und gemerkt, dass das nicht nur Vorteile hat. Die Postbank geht jetzt mehr und mehr den gleichen Weg. Sie schließt Filialen, setzt auf Selbstbedienung und auf Automaten. Das wird den Preis haben, dass sich das Geschäftsmodell mit der Zeit überlebt.
Jetzt sollten die Chancen genutzt und nicht mit dem Strom geschwommen werden. Dies wird zwar mehr Kraft kosten, bietet aber die Möglichkeit, sich langfristig von der Branche abzuheben und damit Erfolg zu haben. Gerade weil die Postbank mehr als eine gewöhnliche Bank ist.

Welchen Weg gehen wir zusammen?
Ver.di hat zugesagt, dass wir weiter einen sozialpartnerschaftlichen Weg mit der Postbank gehen wollen. Wir haben in der letzten Tarifrunde verabredet, keine bestehenden Tarifverträge zu kündigen. Somit sind wir bis mindestens 31.03.2017 in der Friedenspflicht.
Ver.di hat aber nicht zugesagt, jeden Weg der Postbank kritiklos mitzugehen. Deshalb gibt es auch öffentliche Aussagen von ver.di die die Probleme beim Namen nennen und die die Ausrede der Postbank “das sind Einzelfälle”, nicht unkommentiert stehen lassen. Denn die Probleme der Filialschließungen sind keine Einzelfälle. Sie finden quer durch die Republik statt. Täglich werden im Schnitt 20 wegen Personalmangel und weitere 10 wegen technischer Probleme geschlossen. Bereits heute gibt es dreimal mehr Filialschließungen als im gesamten Jahr 2015.

Was können wir tun?
Wir sehen eine verstärkte Notwendigkeit über einen Generationen-Tarifvertrag für den Postbank Konzern zu sprechen, der ähnlich wie bei der Post sich mit dem demografischen Wandel und der Digitalisierung auseinandersetzt und die Zukunft für die Beschäftigten mit berücksichtigt. Dies beinhaltet z.B. die Möglichkeit auch vor dem Erreichen der Altersgrenze ohne erhebliche Einbußen früher ausscheiden zu können.
Durch die zahlreichen Umstrukturierungen im Filialvertrieb sehen wir einen erhöhten Bedarf für eine Anpassung der Tarifverträge.

Zukunft gestalten!
Es gibt also viel zu tun für eine zukunftsfähige Postbank, einen zukunftsfähigen Filialvertrieb und auch für zukunftsfähige Arbeitsplätze. Packen wir dies gemeinsam an und zeigen:

“Wir können Zukunft”