Tarifrunde Postbank 2017

Null Antwort – Null Angebot

Nach 1. Verhandlungsrunde Postbank:

Null Antwort – Null Angebot

BR-Versammlung in Hamburg. Alle filialen waren dicht! Alexandra Luerssen, ver.di Hamburg Tarifrunde Postbank  – Für einen Kündigungsschutz im Konzern der Postbank AG

Von Arbeitgeberseite eine glatte Nullnummer. Die von der ver.di-Verhandlungskommission vorgebrachten Forderungsbegründung, die Daten zur Wirtschaftslage und zur Lage der Postbank wurde lediglich zur Kenntnis genommen. Es gab von Arbeitgeberseite keine Einlassungen zu unseren Forderungen, die wir ihnen bereits schriftlich im Februar übermittelt haben.

 Unsere guten Argumente:

  • Die Beschäftigten haben das gute Ergebnis der Postbank in 2016 mit erwirtschaftet.
  • Der Personalabbau im Vertrieb bedeutet eine immense Kraftanstrengung, oft auch zu Lasten der Gesundheit.
  • Gemeinsam hat man die Umstellung auf die Bepreisung der Girokonten gestemmt und die Erwartungen der Postbank damit klar übertroffen.
  • Das Kreditgeschäft brummt und liegt über dem Wachstum der Branche.
  • Die Aussichten der Postbank für 2017 sind positiv.
  • Das Wirtschaftswachstum in Deutschland wird auch durch eine steigende Inlandsnachfrage gestärkt, hiervon sollen auch die Beschäftigten der Postbank profitieren.
  • Viele Banken, so auch die Postbank erzielen weiterhin trotz Niedrigzinsphase Zinsüberschüsse – und steigern die Erträge durch neue Gebühren und Preise.

Im Anschluss an die Wirtschaftsdaten haben wir unsere Forderungen erläutert. Kündigungsschutz bis Ende 2022, 5% mehr Gehalt und Auszubildendenvergütung auf Branchenniveau plus einer tariflichen Übernahme nach der Ausbildung - und ein neuer Zukunfts-Tarifvertrag. Dazu kommen unsere Forderungen für die einzelnen Unternehmen; einige davon sind nur „Tarifpflege“ – sinnvolle Anpassungen nach den Erfahrungen der letzten Jahre.

Die Aussage der Arbeitgeberseite zu unseren Forderungen: Man sei grundsätzlich gesprächsbereit. Sonst nichts. Keine Gegenargumente, kein verbaler Schlagabtausch. Nur eine eigentümliche Teilnahmslosigkeit. 
Ist diese schmallippige Reaktion eine Hinhaltetaktik? Kann die Postbank überhaupt noch Sicherheit für die Beschäftigten anbieten, die Zukunft der Beschäftigten in Tarifverträgen absichern und eine angemessene Entgelterhöhung für Auszubildende und Arbeitnehmer vereinbaren? Oder diktiert die Konzernmutter, die Deutsche Bank bereits jetzt die Tarifverträge?

Soviel Sprachlosigkeit von Arbeitgeberseite haben wir jedenfalls selten erlebt. Der Arbeitgeber hat zugesichert sich unsere Argumente genau anzusehen und in unserer nächsten Verhandlungsrunde am 19. Mai in Berlin auf unsere Forderungen und Darstellungen zu antworten. Wir sind gespannt und halten euch auf dem Laufenden. 

Worauf es jetzt ankommt: Der gute gewerkschaftliche Organisationsgrad muss unbedingt erhalten bleiben. An einigen Stellen, z.B. in der Zentrale und in verschiedenen Einheiten der Servicegesellschaften gibt es noch viele Beschäftigte, die kein ver.di-Mitglied sind.

Geschlossenheit: Die Belegschaften in den jeweiligen Betriebseinheiten dürfen sich nicht gegeneinander ausspielen lassen. Betriebsräte und ver.di ziehen an einem Strang. Die Beschäftigten bereiten sich darauf vor, notfalls mit dem Mittel des Streiks, die ver.di-Forderungen durchzusetzen.

Für Sie haben verhandelt: Susanne Bleidt, Günter Effen, Frank Fuss, Rüdiger Kruse, Kübra Kuscu, Timo Heider, Mario Materne, Heike Ritschel, Bernd Rose, Michael Scharpf, Cindy Schirmer, Eric Stadler, Lisa Trompa,
Christoph Meister (ver.di), Tina Scholze (ver.di), Uwe Spitzbarth (ver.di)
Verhindert waren: Tim Ritter und Gerd Tausendfreund (ver.di)