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ERGO: Können wir gemeinsam?

Personalabbau bei der ERGO

ERGO: Können wir gemeinsam?

Vorstände bringen ERGO mit dem Rücken an die Wand, die Beschäftigten sollen bluten?


Die Katze ist aus dem Sack. Neben massiven Investitionen in Sachkosten sieht die neue ERGO-Strategie brutale Kürzungen im Personalkostenbereich vor.
Nach ver.di-Berechnungen sollen um die 3.000 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz verlieren.
Das ist der größte Personalabbau in der Geschichte der ERGO.
Dies betrifft nicht nur, aber vor allem die Beschäftigten im Vertrieb so massiv, dass eine sozialverträgliche Umsetzung kaum möglich zu sein scheint. Die Strategie hat Bestandteile, die ausdrücklich zu begrüßen sind. Dies betrifft vor allem die Investitionen in IT und die Entwicklung wettbewerbsfähiger Produkte. Zu anderen Teilen der Strategie kann man zu dem Schluss kommen, dass hier Risiken für den Erfolg der ERGO unangemessen erhöht werden. Hierzu beginnen nun die Beratungen mit den Mitbestimmungsgremien.

Vom ERGO-Vorstand erwartet ver.di, Vorschläge und Bedenken der Betriebsräte ernst zu nehmen und die anstehenden Verhandlungen zum Interessenausgleich ergebnisoffen zu führen. Vor allem muss die ERGO sich verpflichten, alle Maßnahmen so zu redimensionieren, dass die Umsetzung sozialverträglich erfolgen kann.

Unsere Forderungen an den ERGO-Vorstand lauten daher:
1. Ausschluss betriebsbedingter Beendigungskündigungen sowie von Änderungskündigungen soweit angebotene Arbeitsplätze sozial unzumutbar sind.

2. Verringerung bzw. Streckung der Personalabbauplanungen zur Sicherstellung einer sozialverträglichen Umsetzung, vor allem auch im Vertrieb.

3. Verpflichtung allen interessierten Beschäftigten attraktive Angebote für ein Ausscheiden mit Abfindung, für Altersteilzeit und/oder für Vorruhestand zu unterbreiten.

4. Abschluss einer Vereinbarung, die für die Beschäftigten einen Anspruch auf Transformation in die „neue ERGO-Welt“ sichert und dies durch geeignete Maßnahmen unterstützt.

5. Vereinbarung zu einer quantitativen und qualitativen Zukunftssicherung der im Interessenausgleich zu vereinbarenden Standorte.

6. Ausschluss von Ausgliederungen in nicht tarifgebundene Gesellschaften.

7. Verpflichtung zum Angebot einer angemessenen Zahl von Ausbildungsplätzen.

8. Verpflichtung, die Veränderungen so zu organisieren, dass hierdurch keine zusätzlichen Gefahren für die Gesundheit der Beschäftigen entstehen.

ver.di hatte den ERGO-Vorstand aufgefordert, eine sozialverträgliche Umsetzung der Maßnahmen zum Bestandteil der Strategie zu machen. Dies finden wir nicht wieder.
Im Gegenteil: Ein größerer Teil der Maßnahmen hat ein so großes Ausmaß, dass die Existenzvernichtung für viele Beschäftigte offensichtlich in Kauf genommen wird.
Dies fordert unseren Widerstand heraus. ver.di wird die schwierigen Verhandlungen durch geeignete Maßnahmen unterstützen.  Hierzu bedarf es der Solidarität aller Beschäftigten mit den Betroffenen. Wenn jetzt soziale Schutzstandards abgesenkt werden, kann dies zukünftig jeden und  jede treffen.

Es geht um Menschen und nicht um Kostenfaktoren!