Außendienst

[Versicherungen] Tarifverhandlungen für den angestellten Außendienst …

[Versicherungen] Tarifverhandlungen für den angestellten Außendienst ohne Ergebnis!

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Am 22.12.2016 hat die erste Verhandlungsrunde für den angestellten Außendienst in Wuppertal stattgefunden.
Die Arbeitgeber haben zu Beginn die Lage der Branche wie üblich als sehr schwierig beschrieben und deutlich gemacht, dass sie wenig Bewegungsspielraum für Tariferhöhungen sehen.

Das Arbeitgeberangebot
Der Arbeitgeberverband spricht von den Tarifverhandlungen für 2017, 2018 und 2019 und hat ein Angebot mit einer Laufzeit von 33 Monaten vorgelegt.
Die Erhöhungsangebote zum Mindesteinkommen gem. § 3 GTV:

  • zum 01.04.2017 zwischen 1.24 % und 1,02 %
  • zum 01.07.2018 zwischen 1,22 % und 1,01 %

Eine Aufhebung der Begrenzungsbeträge wurde abgelehnt. Hierfür sollten zum 1.4.2017 Erhöhungen zwischen 1.22 % und 0,85 % und zum 1.7.2018 zwischen 1,21 % und 0,85 % erfolgen.
Die Ausweitung des Altersteilzeitabkommens und des unverrechenbaren Festeinkommens auf den Werbeaußendienst wurde abgelehnt. Unsere Forderung nach einer Weiterbildungspauschale für die nach Umsetzung der IDD in deutsches Recht zwingend erforderliche Weiterbildung wurde abgelehnt.

Die Arbeitgeber forderten erneut eine Absenkung der Mindesteinkommen bei Kolleginnen und Kolle-gen, die mehrere Jahre im Unterverdienst sind.
Außerdem sollte die Krankenbeihilfe nach § 21 Ziffer 2 MTV modifiziert werden. Das hätte dazu geführt, dass bei Kolleginnen und Kollegen, die zum Beispiel aufgrund einer chronischen Erkrankung, häufiger arbeitsunfähig sind, die Krankenbeihilfe absinken würde.

Lange Laufzeit, viele Nullmonate und reale Senkung der Einkommen!
Für die ver.di-Tarifkommission waren weder die Laufzeit noch die Erhöhungen akzeptabel. Bei einer von den Arbeitgebern geforderten Laufzeit von
33 Monaten sind zwei Tariferhöhungsstufen nicht akzeptabel. Hinzu kommen drei Nullmonate zu Beginn der Laufzeit und weitere „versteckte Nullmonate“, weil die zweite Erhöhung erst zum 01.07.2018 erfolgen und dann für 15 Monate gelten soll. Das Anforderungsprofil für die Arbeit im Außendienst hat sich in den vergangenen Jahren deutlich erhöht. Eine angemessene Erhöhung der Mindesteinkommen ist für ver.di ebenso unverzichtbar, wie eine deutliche Anhebung – besser noch vollständige Beseitigung – der Anspruchs- und Begrenzungsbeträge des Tarifvertrages.  Unter Berücksichtigung der Laufzeit ergibt sich für die ersten 18 Monate eine reale Erhöhung, die zwischen 0,82% und 0,68 % liegt. Auch in der zwei-ten Stufe liegen die angebotenen Erhöhungen angesichts der Laufzeit unter 1%. Schon im Dezember 2016 sind die Verbraucherpreise in Deutschland kräftig angezogen. Nach Schätzungen der Bundesbank könnte die Inflationsrate „im Januar gut 2%“ betragen.

Die Arbeitgeber haben damit faktisch eine Absenkung der realen Einkommen im angestellten Außendienst „angeboten“. Wertschätzung sieht anders aus!
Eine zentrale Forderung von ver.di war die Weiterbildungspauschale. Nach der Umsetzung der IDD in deutsches Recht, wird eine gesetzlich vorgeschrie-bene Weiterbildungsverpflichtung für Vermittler – voraussichtlich 15 Stunden im Jahr – eingeführt. Die Kosten für diese gesetzliche Vorschrift müssen aus Sicht von ver.di vollständig vom Arbeitgeber getragen werden. Deshalb müssen die Weiterbildungsstunden auch im angestellten Außendienst vergütet werden. Es geht nicht zuletzt darum, die Gleichbehandlung im Rahmen der gesetzlichen Fortbildungsvorschriften zwischen angestelltem Außendienst und Innendienst zu gewährleisten.

Keine Einigung in Sicht
Im Verlauf der Verhandlungen hat sich gezeigt, dass es nur einen geringen Spielraum für eine Verbesserung des vorgelegten Angebotes gibt.
Die ver.di-Tarifkommission hat das Arbeitgeberangebot als nicht verhandlungsfähig abgelehnt. Wir werden keine Tarifvereinbarung unterschreiben, die zu Realeinkommensverlusten im angestellten Außendienst führen. Die Absenkung der Mindesteinkommen und eine Modifizierung der Krankenbeihil-fe lehnen wir ebenfalls ab, weil sie sozial nicht gerechtfertigt sind! Der Provisionsausfall bei der Teilnahme an gesetzlich vorgeschriebenen Weiterbildungsmaßnahmen muss ausgeglichen werden.

Nun liegt es an Ihnen:
Ein besseres Ergebnis können wir nur dann erzielen, wenn deutlich wird, dass Sie die Forderungen von ver.di unterstützen und wenn Sie bereit sind, für diese Forderungen aktiv zu werden. In einem ersten Schritt werden wir in Kürze eine Befragung im angestellten Außendienst durchführen. Damit können Sie deutlich machen, dass Sie die Tarifforderungen unterstützen.
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