Tarifrunde Versicherungen

Reallohnkürzung und kein Geld für Schutzregelungen

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Reallohnkürzung und kein Geld für Schutzregelungen

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In der 2. Tarifverhandlung für die Beschäftigten im Versicherungsinnendienst, konnte wieder kein Ergebnis erzielt werden. Trotz überaus positiver Geschäftsergebnisse bleibt kein Geld für die Beschäftigten.


Schutzregelungen

Die ver.di Verhandlungskommission begründete ausführlich ihre Forderungen zum Zukunftstarifvertrag Digitalisierung:

Wir wollen Regelungen, die sicher stellen, dass die Beschäftigten ohne Angst vor Arbeitsplatzverlust den Weg in eine digitalisierte Versicherungswelt mitgestalten können.
Wir wollen für die Beschäftigten Ansprüche auf Qualifizierung für zukunftssichere Arbeitsplätze regeln.
Wir wollen sicherstellen, dass auch mobiles Arbeiten im Rahmen der sozialen Standards organisiert wird.

Die Arbeitgeber begrüßen zwar den Dialog über diese Themen, lehnen aber alle von ver.di vorgeschlagenen Regelungen im Ergebnis ab.


Die Kernaussagen der Arbeitgeber hierzu:

Durch die ver.di Vorschläge würde die betriebliche Flexibilität eingeschränkt und die Kosten würden erhöht. Nur die Möglichkeit Arbeitnehmer auch kündigen zu können, führt zu Veränderungs-bereitschaft der Arbeitnehmer. ver.di würde die wirtschaftliche Situation der Branche ausblenden. Moderne Arbeitnehmer wollten keine Arbeitszeiterfassung und die ver.di Vorschläge würden nicht für alle Unternehmen gleichermaßen passen.


Im Ergebnis musste die ver.di Verhandlungskommission feststellen, dass die Arbeitgeber es ablehnen, die Arbeit der Zukunft gemeinsam zu gestalten. Im Gegenteil: man müsse Personalkosten sparen, um die notwendigen Investitionen, vor allem in die IT zu finanzieren. Diese Investitionen seien notwendig, um weiter zur digitalisieren, zu automatisieren und im Ergebnis noch mehr und noch schneller Arbeitsplätze zu vernichten.


Reallohnkürzung

Besonders deutlich wurde dies bei der Verhandlung über die diesjährige Entgelterhöhung. Die ver.di Verhandlungskommission begründete erneut, die in diesem Jahr eher bescheidene Forderung nach einer Gehaltserhöhung von 4,5% sowie 50,00 € für die Auszubildenden. Die Forderungen liegen am unteren Ende im Vergleich zu denen in anderen Branchen und sind eigentlich zu gering für die wirtschaftlichen Möglichkeiten der Unternehmen. Die ver.di Verhandlungskommission geht davon aus, dass hierdurch ausreichende Mittel für einen Zukunftstarifvertrag Digitalisierung zur Verfügung stehen.


Fassungslos mussten wir ein erstes Gehaltsangebot der Arbeitgeber entgegen nehmen:

Für die ersten 7 Monate: NICHTS

01.11.17 1,1 %
01.11.18 1,0 %
01.11.19 0,9 %

Die Laufzeit soll 36 Monate betragen!


Die Arbeitgeber begründeten diese „Angebot“ mit ihren „immensen Investitionen für notwendige Neuerfindung des Geschäftsmodells“. ver.di entgegnete, dass genau diese Investitionen ohne angemessene Schutzregelungen für viele Beschäftigte unmittelbar in Arbeitslosigkeit führen würde. Bei einer prognostizierten Inflationsrate von 2 % (zurzeit 1,9 %) bedeutet dieses Angebot tatsächlich Reallohnverlust. Wir haben es als völlig unzureichend und wenig wertschätzend zurückgewiesen.

 
Vorschläge der Arbeitgeber

Die Arbeitgeber unterbreiteten sodann eigene Vorschläge, wie die digitalisierte Zukunft zu gestalten wäre: In den Betrieben müsste alles schlanker und flexibler werden. Hierzu bräuchten sie vor allem die Möglichkeit stärker mit Leiharbeit zu arbeiten und die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die übertariflich bezahlt werden, müssten ganz aus dem Geltungsbereich des Tarifvertrages herausgenommen werden.

Schutzabbau statt Schutzausbau ist ihre Devise!


Lösungen am Verhandlungstisch wohl nicht möglich

Nach der Tarifverhandlung hat die ver.di Verhandlungskommission den Stand eingeschätzt. Einmütig musste festgestellt werden, dass eine Lösung ohne Druck aus den Betrieben wohl nicht möglich ist. Sowohl angemessene Regelungen für die Zukunft der Arbeit in der Versicherungswirtschaft, wie auch eine angemessene Erhöhung der Entgelte ist mit diesen Arbeitgebern am Verhandlungstisch offensichtlich nicht möglich. Nur die Beschäftigten selbst können ihre Arbeitgeber nochmal bewegen. Deshalb bereiten wir nun Streikmaßnahmen vor.


Ihre Beteiligung daran entscheidet darüber, ob in der nächsten Verhandlung am 02. Juni 2017 in Hamburg, die Arbeitgeber zu einer konstruktiveren Haltung bewegt werden können.

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