Genossenschaftsbanken

Überlastung, Resignation, Entfremdung

Genobanken

Überlastung, Resignation, Entfremdung

Beschäftigtenbefragung in Genossenschaftsbanken führt zu besorgniserregendem Fazit.
Stress Zeitdruck Mann CC0 Creative Commons, Pixabay.com Die Beschätigten in Genossenschaftsbanken fühlen sich überlastet.

Überlastung – Resignation – Entfremdung: Unter diesem Titel erschien im Dezember 2018 die Analyse der von ver.di im Mai und Juni 2018 durchgeführten Beschäftigtenbefragung in Genossenschaftsbanken.

Das Fazit von Martin Ehrlich, Mitarbeiter am Lehrstuhl für Soziologie der Universität Jena, lautet:

„In der Summe verdeutlichen die Befragungsergebnisse die Erosion eines traditionellen Arrangements von Angestelltenarbeit, dessen Erfolgsgrundlage das sensible Austarieren von wirtschaftlichen Interessen des Unternehmens, sozialen und arbeitsinhaltlichen Interessen der Beschäftigten und den Kundenbedürfnissen war.“

Weiter heißt es dort: „Im Zuge einer radikalen Vermarktlichung, der rasant fortschreitenden Digitalisierung, einem stetigen Personalabbau und tiefgreifenden organisatorischen Veränderungen haben sich die Geschäftsmodelle, die Unternehmenskulturen, die Beschäftigungssituation und die sozioökonomischen Beziehungen substantiell verändert.

Schrumpfende Belegschaften sind einerseits mit einem rapide angewachsenen Sortiment an Produkten konfrontiert und andererseits dazu angehalten, immer höhere Leistungen abzuliefern, die in standardisierten Verfahren überwacht und kontrolliert werden.

Resultat dieser Entwicklung ist ein Beschäftigungssystem, das in wachsendem Maße durch Überlastung, Resignation und Entfremdung der Beschäftigten geprägt ist.“

Dieses besorgniserregende Fazit lässt sich in der Untersuchung anhand vieler Einzelstatistiken stichhaltig nachvollziehen.

Für ver.di stellt sich die Frage, wie angesichts des Abbruchs der Sondierung durch den AVR tarifpolitisch genossenschaftliche Werte von Fairness und Solidarität weiterhin Bestand haben sollen.

Die komplette Analyse gibt es unten zum Download, gedruckte Exemplare können gegen einen Unkostenbeitrag hier bestellt werden.