Private + öffentliche Banken

Eine Katastrophe mit Ansage

Private + öffentl. Banken

Eine Katastrophe mit Ansage

Die Commerzbank plant den Abbau von weiteren 10.000 Vollzeitstellen
Commerzbank Frankfurt AG colourbox, #ID 42627705 Commerzbank Frankfurt AG  – Commerzbank Frankfurt AG

Wer bis zum Jahreswechsel noch darauf vertraut hatte, dass die vielen Wechsel im Vorstand und Aufsichtsrat der Commerzbank auch zu neuen Ansichten und Einsichten führen werden, wurde spätestens mit der Ad Hoc-Mitteilung vom 28.01.2021 eines Besseren belehrt.

Es fällt den Verantwortlichen leider wieder nichts anderes ein, als in erster Linie Stellen zu streichen und damit weitere Menschen aus der Bank zu vertreiben. Warum reden wir immer über die Anzahl der Stellen, die angeblich abgebaut werden müssen – und nie über die dahinterstehenden Personalkosten, die gesenkt werden sollen? Welchen Wert hat eine schrumpfende Belegschaft, wenn nicht die damit verbundenen Einsparungen? Sollten also nicht besser konkrete Zahlen und Eurobeträge im Fokus stehen?

Damit wir nicht falsch verstanden werden: Das Ziel der geplanten neuen Strategie, die Vision der Commerzbank 2024, können wir durchaus in vielen Punkten mittragen: Eine gesunde Mischung aus flächendeckend präsenter Filialbank und digital kompetenter Direktbank, eine transparente und passgenaue Produktpalette für gewerbliche Kunden und eine insgesamt auf die Kunden und deren Bedürfnisse ausgerichtete Infrastruktur und Angebotspalette ist natürlich auch in unserem Sinne.

Aber der Weg dorthin wird nicht funktionieren! Weil der Umbau der Bank und die damit verbundenen Einsparungen nicht so schnell realisierbar sind. Weil die personellen Instrumente nicht so schnell Wirkung entfalten. Und weil – wieder einmal – die Bedürfnisse der Beschäftigten keine Rolle spielen. Will man den Abbau sozialverträglich und wertschätzend gestalten, geht das nur mit einem Zeithorizont von mindestens fünf oder sechs Jahren. Und dafür muss man nicht nur alle Altersinstrumente nutzen, sondern auch über neue Teilzeitmodelle, kollektive freiwillige Arbeitszeitverkürzungen und Qualifizierungsangebote reden.


Unser aktuelles Flugblatt steht hier zum Download zur Verfügung:

 

Stefan Wittmann , ver.di Unternehmensbetreuer Commerzbank und Mitglied im Aufsichtsrat der Bank

Stefan Wittmann, ver.di – Unternehmensbetreuer
Commerzbank AG ver.di Bundesverwaltung, Charles Yunck Stefan Wittmann  – Stefan Wittmann, ver.di – Unternehmensbetreuer Commerzbank AG

"Unsere Botschaften sind klar:

  • Keine betriebsbedingten Kündigungen! Die Bank muss sich dazu schnell und verbindlich erklären.
  • Keine Auslagerung von Tätigkeiten an nicht tarifgebundene Unternehmen
  •  Kein so genanntes Nearshoring von IT-Tätigkeiten nach Südosteuropa oder wohin auch immer
  • Verstärkung der Förderung und Qualifizierung von Nachwuchskräften. Die Bank braucht auch in Zukunft motivierte und gut ausgebildete Menschen, die in der Bank arbeiten wollen und können.

Wir glauben an die Bank und an ihre hochkompetente und engagierte Belegschaft. Keine Strategie wird ohne die Belegschaft funktionieren!
Ob das der Vorstand auch verstanden hat?"


Uwe Tschäge, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats und des Konzernbetriebsrats

Uwe Tschäge ver.di FB 01 Uwe Tschäge, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats und des Konzernbetriebsrats  – Uwe Tschäge

"Wir als Betriebsräte haben bisher überhaupt keine Informationen. Wir kämpfen um jeden Arbeitsplatz und jede/n Beschäftigten 

Bislang hat die Konzernleitung uns Betriebsräte über die konkrete Ausgestaltung des Stellenabbaus noch völlig im Unklaren gelassen. Wir können daher im Moment noch nicht einschätzen, ob die in der Vergangenheit mit oft schwierigen Verhandlungen erreichten Instrumente und Möglichkeiten unseren Kolleginnen und Kollegen auch dieses Mal wieder offenstehen. Wir werden um jeden Arbeitsplatz und jeden Beschäftigten kämpfen! Das ist nicht nur unsere Aufgabe, das ist unser innerer Antrieb und unsere Motivation. Gemeinsam mit ver.di geben wir keine Ruhe, bevor nicht für die komplette Belegschaft eine verlässliche Perspektive feststeht. Für die, die gehen sollen oder müssen ebenso wie für die, die bleiben wollen und sollen. Wir brauchen jetzt die Unterstützung aller, damit wir in den kommenden Verhandlungen mit starker Stimme sprechen können."

 

Monique Jancke, Tarifkommission ComTS Erfurt

Monique Jancke, Trifkommission COM TS ver.di FB 01 Monique Jancke, Tarifkommission COM TS

"Es ist lächerlich, wenn von Seiten der Bank immer vom wertschätzenden Umgang gesprochen wird. 

Unsere Arbeitsbedingungen in den ComTS-Gesellschaften sind deutlich schlechter als die in der Commerzbank. In unseren Ohren klingt es daher geradezu lächerlich, wenn von Seiten der Bank immer vom wertschätzenden Umgang mit der Belegschaft gesprochen wird wie zuletzt im Brief des CEO nach der Ad Hoc-Meldung. Uns kann er damit jedenfalls nicht meinen! Oder warum sollte die Bank es sonst ablehnen, mit ver.di über den Abschluss eines Haustarifvertrages für unsere Kolleginnen und Kollegen zu sprechen?"


Christoph Schmitz, ver.di Bundesvorstandsmitglied, Leiter Fachbereich Finanzdienstleistungen

ver.di © Kay Herschelmann Christoph Schmitz

"Eine erfolgreiche Bank braucht motivierte Beschäftigte.

Dazu braucht es Arbeitsplätze mit Perspektiven, eine auf Dauer zu bewältigende Arbeitsmenge und ständige Investitionen in Qualifikation und Veränderungsbereitschaft. Nichts davon ist bisher bei der Commerzbank absehbar."

 

Wir sind überzeugt, dass es in der jetzigen Situation besser ist, gemeinsam nach vorne zu gehen und sich in die weiteren Planungen aktiv mit einzubringen.

Wir wirken an der zukünftigen Entwicklung der Bank mit und Sie können sich ebenfalls daran beteiligen. Denn es war noch nie wichtiger als jetzt, sich gemeinsam in ver.di zu organisieren. Besonders in der jetzigen Situation ist klar:

Wir sind nur zusammen stark, wenn sich jede/-r Einzelne einbringt. Egal, ob in den Servicegesellschaften, den Filialen oder den Zentralen.


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