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Arbeitgeber verschlafen Zukunftsentwicklung

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Arbeitgeber verschlafen Zukunftsentwicklung

Beim Verhandlungsauftakt in Berlin ließ der Verband der privaten Banken jeden Gestaltungswillen vermissen.
Demo vor dem Hotel Palace ver.di Fb1 Demo vor dem Hotel Palace

Kein Gestaltungswille auf Arbeitgeberseite: Beim Verhandlungsauftakt in Berlin ließ der Verband der privaten Banken jeden Gestaltungswillen vermissen.

Statt sich auf die Diskussion der eingebrachten Themen und der Ausgestaltung der zukünftigen Arbeitswelt im Sinne der Beschäftigten und der Institute einzulassen, gab es zu den Forderungen von ver.di wieder nur ein pauschales „Nein“.

Dabei spitzt sich die Situation für die Beschäftigten immer mehr zu. Anhaltender Personalabbau, die Einführung immer neuer Arbeitsprozesse und eine störungsanfällige und fragmentierte IT-Struktur im Arbeitsalltag steigert die Belastungen.  „Der Arbeitgeberseite fehlt es an jeglichen Gestaltungswillen. Den Preis dafür zahlen die Beschäftigten und letztendlich die Institute selbst. Wir müssen die Zukunftsthemen der Branche endlich zusammen angehen“, so Jan Duscheck, Bundesfachgruppenleiter Bankgewerbe.

Beim Gehalt spielen die Arbeitgeber auf Zeit
Auch beim Gehalt spielen die Arbeitgeber auf Zeit und wollen damit Nullmonate forcieren. Denn ab dem 01.07. tickt die Uhr gegen die Beschäftigten. Der alte Gehaltstarifvertrag lief bis zum 30.06.21. Ab jetzt beginnen die Monate, für die bisher keine Gehaltssteigerung vereinbart wurde. Die Inflation steigt immer weiter an. Mit jedem Monat ohne neue Erhöhung verlieren die Beschäftigten also Geld.

Unsere Forderung nach einer Mindesterhöhung von 150 € als soziale Komponente wurde sogar mit dem Hinweis abgelehnt, sie würde die technische Struktur der Gehaltstabelle zerstören. So viel Desinteresse und Kälte haben wir in dieser ersten Verhandlungsrunde nicht erwartet. Denn von dieser Erhöhung würden vor allem Berufsanfänger*innen und Beschäftigte mit einem Gehalt von bis zu 3.000 € brutto profitieren.

 

Keine Diskussionsbereitschaft zu mobilem Arbeiten
Obwohl das mobile Arbeiten in den letzten Monaten vielerorts in den Instituten Alltag war, sind die Arbeitgeber nicht bereit, das Thema zukünftig verbindlich zu regeln. Viele Beschäftigte wünschen sich diese Möglichkeit weiterhin. In der Pandemie haben wir miteinander gelernt, worauf es dabei ankommt. Es wird Zeit, diese Erfahrungen miteinander auszuwerten und die Zukunft der Arbeit gemeinsam zu gestalten. „Wir wollen einen Anspruch auf mobiles Arbeiten und wir wollen, dass die Arbeitgeber einen Teil der eingesparten Kosten bei den Büroflächen in Form einer Erstausstattungspauschale an die Beschäftigten weitergeben. Das ist nur fair“, so Markus Zittlau, Mitglied der Verhandlungskommission, Commerzbank AG, Frankfurt am Main.

Wahlrecht zwischen mehr Freizeit und mehr Gehalt ist nicht erwünscht
Auch das Wahlrecht für Beschäftigte zwischen mehr Freizeit und mehr Gehalt lehnt die Arbeitgeberseite ab. Obwohl dies bereits in zahlreichen anderen Tarifverträgen ein Standardbaustein ist, verweisen die Arbeitgeber auf organisatorische Probleme. Gabriele Platscher, Mitglied der Verhandlungskommission, Deutsche Bank AG, Braunschweig dazu: „Die Arbeitsbelastung ist seit Jahren gestiegen. Die Beschäftigten wünschen sich individuelle Möglichkeiten der Arbeitsentlastung. Wir fordern deshalb die Möglichkeit der Umwandlung von mehr Gehalt in Freizeit.“

Unsere Forderungen:

Gehalt

  • Erhöhung der Gehälter um 4,5 % (bei einer Laufzeit von 12 Monaten).
  • Als soziale Komponente fordern wir, dass sich die Gehälter um mindestens 150 € monatlich erhöhen sollen. Dadurch würden sich die unteren Tarifgruppen spürbar mehr erhöhen.
  • Eine Erhöhung der Gehälter für die übertariflich bezahlten Beschäftigten (umgangssprachlich oft „außertariflich“ oder kurz „AT-Beschäftigte“ genannt) entsprechend der Tarifbeschäftigten.

Entlastung

  • Individuelle Wahlmöglichkeit, ob vereinbarte Tarifsteigerungen in Form von mehr Geld oder mehr Freizeit gewährt werden.

Mobiles Arbeiten

  • Anspruch darauf, bis zu 60 % der tarifvertraglichen Arbeitszeit mobil zu arbeiten (zum  Beispiel von zu Hause aus).
  • Beschäftigte, die mobil arbeiten wollen, sollen Anspruch auf eine Erstausstattungspauschale in Höhe von 1.500 € erhalten.

Modernisierung der Freistellungsregelungen des § 16 MTV

  • Der Freistellungsanspruch für die Geburt des eigenen Kindes soll nicht nur an den Status der Ehe bzw. eingetragenen Lebenspartnerschaft gekoppelt sein, sondern auch für alle anderen Partnerschafts- und Familienbeziehungen gelten.

Die Haltung der Arbeitgeberseite ist enttäuschend. Statt die Zukunftsthemen der Beschäftigten mit uns anzugehen, herrscht auf der Arbeitgeberseite eine Wagenburgmentalität.

Die Beschäftigten und die Institute können sich das nicht leisten. Die Zukunft der Arbeit muss jetzt miteinander angegangen werden.

Hier gibt es diese Tarifinfo auch als handliches Flugblatt zum Herunterladen und Verteilen:

 

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