Private + öffentliche Banken

Unsere Forderungen für die Tarifrunde 2019

Private + öffentliche Banken

Unsere Forderungen für die Tarifrunde 2019

In den letzten Wochen wurden unsere Mitglieder zu ihren Vorstellungen für die Forderungen befragt.
Mitglieder der Tarifkommission private/öffentliche Banken in Berlin: Tarifrunde 2019 – Jetzt geht es los! ver.di FB01 Mitglieder der Tarifkommission private/öffentliche Banken in Berlin: Tarifrunde 2019 – Jetzt geht es los!

Am 29. November 2018 hat in Berlin die ver.di-Tarifkommission für private und öffentliche Banken auf Grundlage der Mitgliederbefragungsergebnisse einen Forderungsbeschluss gefasst.

Demnach lauten nun unsere Forderungen für die Tarifrunde 2019:

  • Erhöhung der Gehälter um sechs Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten: Dabei sollen Beschäftigte individuell wählen dürfen, ob diese Erhöhung durch mehr Geld oder mehr Freizeit umgesetzt wird;
  • entsprechende Erhöhung für die übertariflich bezahlten Beschäftigten (umgangssprachlich oft „außertariflich oder kurz „AT-Beschäftigte");
  • Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 100 Euro und weitere tarifvertragliche Regelungen, die die Attraktivität einer Ausbildung in der Bankenbranche steigern;
  • verbindlichen Anspruch der Beschäftigten auf Weiterbildungsmaßnahmen und eine entsprechende finanzielle und zeitliche Unterstützung durch den Arbeitgeber;
  • sechs bezahlte Gesundheits- und Entlastungstage pro Jahr für alle Beschäftigten;
  • ver.di-Mitgliedervorteilsregelung: Exklusiv nur für ver.di-Mitglieder fordern wir eine Mobilitäts- und Wohraumzulage in Höhe von 80 Euro pro Monat;

Außerdem gehen wir davon aus, dass der Altersteilzeittarifvertrag und die Öffnungsklausel zur Beschäftigungssicherung ("31-Stunden-Klausel") verlängert werden!

 
Gute Gründe für unsere Forderungen:

  • Durststrecke beenden: Zukunftsthemen angehen

    Obwohl auch andere Branchen mit Umbrüchen, der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle und den Umbrüchen der Digitalisierung zu kämpfen haben, ist inzwischen ausgerechnet die Bankenbranche Schlusslicht bei der tariflichen Entwicklung. In den letzen Jahren wurden die Bankbeschäftigten von der allgemeinen Gehaltsentwicklung in Deutschland immer mehr abgekoppelt.

    Inzwischen ist die Inflationsrate mit 2,5 Prozent seit einiger Zeit so hoch, dass es sogar zu Einkommensverlusten kommt. Hier müssen wir gegensteuern – deshalb fordern wir sechs Prozent! Diese Forderung entspricht auch der aktuellen Tariflandschaft in Deutschland.

    Hinzu kommt: Die Institute haben ihre Geschäftsmodelle weiter geschärft. Die Branche konsolidiert sich zunehmend und allmählich kommt die Zinswende in Sicht.

  • Arbeit verdichtet sich: Raum für Entlastung schaffen

    Bereits die Ergebnisse unserer Beschäftigtenbefragung im Sommer haben gezeigt, dass die Arbeitsbelastung weiterhin eine große Rolle spielt: Zwei Drittel der Beschäftigten sind mit ihrer Arbeitsbelastung nicht zufrieden. Da wundert es nicht, dass dieses Thema für 75 Prozent einen hohen Stellenwert hat.

    Deshalb haben wir beschlossen, sechs bezahlte Gesundheits- und Entlastungstage zu fordern. Diese sollen an keine Präventions- oder Gesundheitsmaßnahmen gekoppelt sein, sondern den Beschäftigten zur individuellen Gestaltung zur Verfügung stehen.

    Durch die Forderung einer Wahloption, statt einer Gehaltserhöhung die Tarifsteigerung auch in mehr Freizeit umzuwandeln, können individuell weitere Spielräume für mehr Entlastung geschaffen werden.

  • Arbeit verändert sich: Jetzt in Weiterbildung investieren

    Nicht nur durch die Digitalisierung verändern sich die Anforderungen an unsere Tätigkeiten. Tarifliche Regelungen zur Unterstützung von Weiterbildungen gibt es bereits in einigen Branchen.

    Damit die Beschäftigten in der Bankenbranche langfristig nicht auf der Strecke bleiben, fordern wir eine stärkere Beteiligung der Arbeitgeber bei der beruflichen Weiterbildung. Dabei geht es nicht nur darum, dass Beschäftigte einen Anspruch auf Weiterbildungsmaßnahmen haben, sondern dass sie auch finanziell und in Form von bezahlter Freistellung konkret bei Weiterbildungsmaßnahmen unterstützt werden.

  • Exklusiv nur für Mitglieder: monatlich 80 Euro Mobilitäts- und Wohnraumzulage

    Nach wie vor sind viele Beschäftigte der Auffassung, dass sie sich die Mitgliedschaft in ver.di sparen können – weil sie die Tariferhöhungen ja sowieso bekommen. Damit schwächen sie ihre Gewerkschaft und den Preis dafür zahlen wiederum alle durch schlechtere Tarifergebnisse. Das haben wir alle in der letzten Tarifrunde besonders gespürt.

    Deshalb hat die Tarifkommission entschieden, eine Mobilitäts- und Wohnraumzulage nur für ver.di-Mitglieder in Höhe von 80 Euro pro Monat zu fordern. Damit wollen wir einen Beitrag für unsere Mitglieder zur finanziellen Entlastung der erhöhten Mobilitäts- und Wohnraumkosten (z. B. steigende Mieten in Ballungsräumen) leisten.

  • Jetzt in die Zukunft investieren: 100 Euro mehr für Auszubildende

    Mit einer Erhöhung von 100 Euro pro Monat fordern wir eine überproportionale Steigerung der Ausbildungsvergütung. Auch das ist gerechtfertigt: Auszubildende sind durch ihre niedrigere Grundvergütung deutlich stärker von steigenden Mieten und Mobilitätskosten betroffen.

    Außerdem fällt es den Instituten zunehmend schwerer, junge Menschen für eine Ausbildung in der Bankenbranche zu gewinnen. Daher werden wir unter Einbeziehung von jungen Aktiven und Jugend- und Auszubildendenvertretungen bis zur ersten Verhandlungsrunde über weitere Forderungen zur Steigerung der Attraktivität in der Ausbildung beraten.


Diese Tarifinfos gibt es oben rechts auch als PDF zum Ausdrucken und Verteilen (für alle, die nicht so gerne online lesen).

Aktuelle und Hintergrundinfos sowie weiteres Material zur Tarifrunde finden Sie auch auf unserem Tarif-Blog.

ver.di Bundesvorstandsmitglied ver.di Christoph Meister, ver.di-Verhandlungsführer

Unsere Forderungen spiegeln die Themen und Probleme der Beschäftigten in der Bankenbranche wieder. Es bleibt unser Anspruch, die Arbeitswelt der Zukunft in der Bankenbranche mitzugestalten!

Christoph Meister, Verhandlungsführer der ver.di und Mitglied im ver.di Bundesvorstand

In der Tarifrunde geht es um einiges – nämlich um die zukünftigen Einkommens- und Arbeitsbedingungen in der Branche.

Und die letzte Tarifrunde 2016 hat gezeigt: Wenn wir nicht genug Rückhalt und Durchsetzungsfähigkeit haben, drohen schlechte oder keine Tarifergebnisse und die Beschäftigten verlieren Geld!

Deswegen wird es Zeit:

Werden Sie ver.di-Mitglied und stärken Sie gemeinsam mit zehntausenden Kolleginnen und Kollegen Ihrer Tarifbewegung den Rücken!


Immer noch nicht Mitglied bei ver.di?

Jetzt aber los – gemeinsam für gute Tarife in der Bankenbranche!


Ich will mehr Infos zu ver.di!