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Modernisierung zu Lasten der Beschäftigten?

Öffentliche Banken

Modernisierung zu Lasten der Beschäftigten?

In diesem Jahr schreiben wir mit der ersten eigenständigen Verhandlungsrunde mit dem Verband der öffentlichen Banken Tarifgeschichte.

 

Nach einem schwierigen Start im letzten Sommer war der Verband sichtlich um gute Stimmung bemüht. Auf unsere Forderungen ging er im Verlaufe der Verhandlungen allerdings nicht ein, kündigte aber eine umfassende Antwort für die zweite Verhandlungsrunde am 22.09.2021 an.

Stattdessen gab es von der Arbeitgeberseite einige Vorschläge für ein „Modernisierungspaket“. Diese werden wir bei den kommenden Verhandlungen gemeinsam diskutieren, allerdings sind drei Punkte davon besonders kritisch.

1. Langzeitarbeitszeitkonten: Kürzung des Urlaubsanspruchs
Wer angesparte Arbeitszeit künftig ausgleicht, soll für die genommene Freizeit aus den Langzeitarbeitszeitkonten keinen Urlaubsanspruch mehr bekommen. Das wäre eine Kürzung des Urlaubsanspruchs durch die Hintertüre.

Eine Modernisierung des Tarifvertrages soll Perspektiven aufzeigen und nicht zulasten der Beschäftigten gehen.

Stefan Wittmann, Gewerkschaftssekretär, Mitglied der ver.di Verhandlungsführung

2. Kürzung von Zuschlägen für Nachtarbeit
Hinter „mehr Flexibilität bei Arbeitszeitrahmen“ versteckt sich eine Kürzung von Zuschlägen. Die Arbeitgeberseite möchte eine Ausweitung der zuschlagsfreien Arbeitszeit nach 20:00 Uhr. Bisher wird für Arbeitszeiten zwischen 20 und 6 Uhr ein Zuschlag von 25 Prozent gewährt.

3. Ausweitung von befristeter Arbeit
Die Arbeitgeber möchten die gesetzliche Öffnungsklausel zur sachgrundlosen Befristung anwenden. Das sehen wir äußerst kritisch. Solch eine Öffnung würde zu einer Ausweitung der befristeten Beschäftigung bei den öffentlichen Banken führen.

Darüber hinaus ging es bei den Verhandlungen auch um das Thema Entgeltumwandlung zum Fahrradleasing. Hier gibt es noch zahlreiche steuerrechtliche Fragen zu klären. Die Entgeltstruktur soll ebenfalls weiterverhandelt werden, bekräftigte der VöB im weiteren Verlauf. Der Verband will über die Ausweitung der tariflichen Regelungen für den ÜT-Bereich nachdenken und die Regelung der 31-Stunden-Klausel modernisieren.

Wir sehen in den Instituten eine sehr hohe Arbeitsbelastung, deshalb finde ich es absolut richtig, dass wir dazu Forderungen aufgestellt haben. Ich erwarte, dass die Arbeitgeber sich dazu in der zweiten Verhandlungsrunde positionieren.

Christiane Kutil-Bleibaum, Mitglied der Verhandlungskommission, Landesbank Hessen-Thüringen

Auch der Nachwuchskräftetarifvertrag war Thema bei dieser ersten Verhandlungsrunde. Mehr Informationen dazu hat die ver.di Jugend auf der Kampagnenseite Öffentliche Banken – Tarifrebellion veröffentlicht.

Modernisierung ja, aber nicht zu Lasten der Beschäftigten
Die Auseinandersetzung rund um die Zukunft unseres Tarifvertrages hat begonnen. Beide Seiten sehen die Notwendigkeit, die Tarifverträge an die künftigen Herausforderungen anzupassen. Darüber, wie diese Modernisierung aussehen könnte, besteht jedoch noch erheblicher Gesprächsbedarf. Insbesondere die drei oben genannten Punkte machen deutlich, dass sich hinter dem Begriff „Modernisierung“ auch erhebliche Risiken verstecken.

 

 

 

Gewerkschaft lohnt sich

Damit wir auch in die zweite Verhandlungsrunde mit ordentlichem Rückenwind gehen können, brauchen wir jetzt eure Unterstützung. Gemeinsam haben wir die Chance, einen guten Tarifvertrag für die Herausforderungen der Zukunft abzuschließen.

Sprecht eure Kolleginnen und Kollegen an. Nur mit vielen aktiven Mitgliedern haben wir eine Chance, die Modernisierung der Arbeitswelt in den öffentlichen Banken in unserem Sinne anzugehen. Jetzt Mitglied werden und gemeinsam für einen guten Tarifvertrag einstehen.


Immer noch nicht Mitglied bei ver.di?

Jetzt aber los – gemeinsam für gute Tarife bei den öffentlichen Banken!


Ich will mehr Infos zu ver.di!

Weitere Informationen zur Tarifrunde 2021:

Kampagnenseite Wir für Tarif priv + öffentl Banken
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