Private + öffentliche Banken

Wir messen den Vorstand an seinen Taten, nicht an seinen Absichten!

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Wir messen den Vorstand an seinen Taten, nicht an seinen Absichten!

Commerzbank iStock-geogif_1181240715 Commerzbank

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

der Vorstand hat also nun die neue Strategie beschlossen und die langen Diskussionen mit dem Aufsichtsrat damit beendet. In den vergangenen Monaten haben wir auf allen Ebenen – teilweise durchaus erfolgreich – versucht, unsere und Ihre Hinweise, Anmerkungen und Kritikpunkte zur geplanten neuen Aufstellung der Bank einzubringen.

So ist es beispielsweise gelungen, den zunächst geplanten Kahlschlag von rund 1.000 Filialen auf dann nur noch 200 Standorte (Plan von September 2020) zu reduzieren. Die jetzt angekündigten mindestens 450 Filialen machen uns zuversichtlicher und natürlich werden wir in der Folge jede einzelne Schließung kritisch begleiten und hinterfragen. Außerdem wird es nun nicht drei bis vier Remote-Standorte geben, sondern zwölf. Das ist auch deswegen ein Erfolg, weil es deutlich mehr Menschen die Chance geben wird, diese Veränderungen mitzugehen und ortsnah eine andere Stelle in der Bank zu finden. 

Unser Ziel und unsere Motivation sind nach wie vor sehr klar und einfach: Wir kämpfen um jede einzelne Stelle, um jede einzelne Kollegin und jeden einzelnen Kollegen! Erst wenn die Bank belegen kann, dass veränderte Prozesse, digitalisierte Strukturen und effizientere Vorgehensweisen tatsächlich zum Wegfall von Aufgaben führen, darf sie dann in der Folge auch Stellen streichen oder kürzen. Es geht hierbei eben nicht „nur“ um all die Betroffenen, denen die Bank keine berufliche Perspektive mehr anbieten kann oder will, es geht auch um all diejenigen, die künftig in der Bank arbeiten sollen und wollen.

Die beste Strategie wird nicht zum Erfolg führen, wenn sie nicht zuerst auf die Bedürfnisse der Beschäftigten blickt und deren Belange ausreichend berücksichtigt. Denn Sie, liebe Kolleginnen und Kollegen, werden durch Ihre Arbeit und Ihr Engagement entscheiden, ob die Commerzbank eine Zukunft hat – oder eben nicht. Ihr Engagement, Ihre Arbeit und Ihre Motivation entscheiden, ob die Commerzbank eine Zukunft hat – oder eben nicht.

Ihr Engagement, Ihre Arbeit und Ihre Motivation haben diese Bank durch all die vergangenen schweren Jahre gebracht! Sie waren es, die trotz immer neuer Kürzungen und Streichungen nie aufgegeben haben und immer weiter für den Erfolg der Commerzbank gearbeitet haben. Umso trauriger ist es, dass bei jeder neuen Zukunftsstrategie der Fokus sofort und scheinbar alternativlos auf die Streichung weiterer Stellen gerichtet wird.

Um das einmal ganz klar festzuhalten: Es ist kein Schicksal, keine Corona-Folge oder einfach Pech, dass die Bank nun erneut umgebaut und besser aufgestellt werden muss. Es ist die Folge gescheiterter alter Strategien und falscher Ansätze vergangener Jahre. Und das haben nicht Sie zu verantworten, sondern die Bank und deren Vertreter, der Vorstand! Die Verantwortung tragen andere, die Konsequenzen aber Sie.

Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten, möglichst viele Arbeitsplätze mit einer sicheren Perspektive, einer dauerhaft zu bewältigenden Arbeitsbelastung und einer attraktiven Vergütung zu erhalten und all diejenigen, die die Bank verlassen wollen oder müssen, mit den bewährten Instrumenten der Bank zu begleiten. Wertschätzung hat die Commerzbank im Umgang mit der Belegschaft ja angekündigt. Sie kann jetzt in den kommenden Verhandlungen mit den Betriebsräten beweisen, ob sie Wort hält.

Das gilt im Übrigen auch und gerade für die Tochtergesellschaften der Bank. Hier gelten bis heute keine Tarifverträge. Hier gibt es keine Sozialpläne, keine Altersteilzeit, keinen Vorruhestand, dafür aber niedrige Löhne, schlechtere Rahmenbedingungen, viele befristete Arbeitsverhältnisse, keine planbare Arbeitszeit (weil oft auf Abruf beschäftigt) und damit vor allem eines: Ungewissheit und Sorge um die Zukunft. Wertschätzung geht anders! Wer es mit dem fairen und wertschätzenden Umgang mit Beschäftigten ernst meint, regelt Arbeitsverhältnisse gerade in den unteren Gehaltsgruppen tariflich und schafft gerade bei niedrigeren Einkommen Planbarkeit und Sicherheit. Dann verhandelt man mit ver.di einen Tarifvertrag für diese Belegschaften, weil man es für richtig hält – und nicht, weil man durch Streiks dazu gezwungen wird.

Wir werden den Vorstand nicht an seinen öffentlich erklärten Absichten messen, sondern an seinen Taten.

Die kommenden Monate werden durch harte und intensive Verhandlungen geprägt sein. Unterstützen Sie uns und Ihre Betriebsräte, geben sie uns und ihnen ein starkes Mandat! Sie haben engagierte und kompetente Betriebsräte an Ihrer Seite. Und sie haben mit ver.di auch Ihre Gewerkschaft an Ihrer Seite, die Sie selbst in den vergangenen Monaten durch zahlreiche Beitritte immer stärker gemacht haben. Vielen Dank dafür und vielen Dank an alle, die diesen Schritt demnächst noch machen werden!

Stärke erwächst aus Zusammenhalt und Solidarität. Sie leben das täglich vor. 

 
Stellvertretend für Ihr ver.di Banken-Team

Stefan Wittmann
Unternehmensbetreuer Commerzbank

 

Wir sind überzeugt, dass es in der jetzigen Situation besser ist, gemeinsam nach vorne zu gehen und sich in die weiteren Planungen aktiv mit einzubringen.

Wir wirken an der zukünftigen Entwicklung der Bank mit und Sie können sich ebenfalls daran beteiligen. Denn es war noch nie wichtiger als jetzt, sich gemeinsam in ver.di zu organisieren. Besonders in der jetzigen Situation ist klar:

Wir sind nur zusammen stark, wenn sich jede/-r Einzelne einbringt. Egal, ob in den Servicegesellschaften, den Filialen oder den Zentralen.


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