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Kündigungsschutz in der MUFG Bank durchgesetzt

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Kündigungsschutz in der MUFG Bank durchgesetzt

Mit Androhung des ersten Streiks im Homeoffice setzt ver.di den Kündigungsschutz in der Bank durch.
Streik im Homeoffice Anrita1705, pixabay.com Streik im Homeoffice

Mit der Organisierung nahezu einer kompletten Abteilung schafft es ver.di, betriebsbedingte Kündigung bei der MUFG Bank zu verhindern. Die Operations-Abteilungen ihrer europäischen Niederlassungen in Madrid, Wien, Amsterdam und Düsseldorf sollten nach London verlegt werden. Mit der Androhung eines Streiks der sich teils im Homeoffice befindlichen Beschäftigten, konnten wir einen Kündigungsschutz bis 31.12.2020 erreichen.

Die MUFG Bank in Deutschland ist eine Tochter der Mitsubishi UFJ Financial Group. Diese ist mit mehr als 100.000 Beschäftigten eine der größten Finanzgruppen der Welt. Laut Forbes Global 2000 ist der Konzern auf Platz 37 der weltgrößten Unternehmen.  Aber auch in einem solchen Konzern lohnt es sich, mit seiner Gewerkschaft zu kämpfen. 

Ende 2019 erfuhr der Betriebsrat und im weiteren Verlauf auch die gesamte Belegschaft der tariflosen MUFG Bank Europe und der MUFG Europe Lease, dass das Management beabsichtigt, die Operations-Abteilungen ihrer europäischen Niederlassungen in Madrid, Wien, Amsterdam und Düsseldorf nach London zu zentralisieren. Die entsprechenden Arbeitseinheiten in Madrid und Wien waren schon geschlossen worden, zum Teil unter Einsatz von betriebsbedingten Kündigungen. Etwa 70 bis 90 von insgesamt ca. 200 Arbeitsplätzen in Düsseldorf wären so wegfallen.

Belegschaftsvertreter/innen berieten mit ver.di darüber, welche Schutzmöglichkeiten bestehen. Nachdem nahezu der gesamte Bereich Operations bei ver.di Mitglied geworden ist, wurde der Arbeitgeber aufgefordert, betriebsbedingte Kündigung bis zum 31.12.2026 auszuschließen. Aufgrund der Coronakrise bot verdi als Zwischenlösung an, auf Tarifverhandlungen vorerst zu verzichten, wenn der Arbeitgeber den Beschäftigten gegenüber eine Erklärung abgäbe, in diesem Jahr betriebsbedingte Kündigungen auszuschließen.

Das Management in Deutschland verweigerte aber beharrlich, hierüber irgendein Gespräch zu führen. Der Arbeitgeber begründet dies damit, er kenne keine konkreten Planungen. Die Haustarifkommission beantragte die Durchführung von Streikmaßnahmen und der verdi-Bundesvorstand genehmigte diese unter der Auflage, die einschlägigen corona-bedingten Schutzmaßnahmen einzuhalten.

Es wäre der erste Streik im HomeOffice gewesen …

Am Mittwoch, den 6. Mai 2020, kündigte verdi den ersten Warnstreik für den darauf folgenden Freitag an, wenn der Arbeitgeber sich nicht bis Donnerstag um 16 Uhr substanziell auf verdi zu bewegen würde. Am Donnerstag um 12:43 Uhr erhielten alle Beschäftigten eine Email des Arbeitgebers, mit der er den Ausspruch von betriebsbedingten Kündigungen bis zum 31.12.2020 ohne jede Bedingung oder Einschränkung ausschloss. Genau das hatte die verdi-Haustarifkommission gefordert.

Jetzt prägt der Stolz auf dieses Zwischenergebnis die Stimmung, aber auch die Gewissheit, dass der Kampf weitergehen muss. Arbeitgeber haben bei allen unternehmerischen Entscheidungen, ihrer Verantwortung für die wirtschaftliche Existenz der Beschäftigten gerecht zu werden. Wenn nicht muss man und kann man sich auch erfolgreich gegen sog. Global Player wehren.

Das war nur durch die Organisierung der Beschäftigten möglich.

Mit einer starken Interessenvertretung im Rücken ist man nicht auf sich alleine gestellt. Wenn eine Belegschaft zusammenhält, kann sie sich auch gegen große Player durchsetzen.

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