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Fiducia GAD: Kündigungsschutz – ein überbewertetes Thema?

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Fiducia GAD: Kündigungsschutz – ein überbewertetes Thema?

63er-Regel für alle: Unterstützt uns jetzt – für ein gutes Verhandlungsergebnis!
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Im August haben wir zwei weitere Wochen verhandelt und konnten die Themenbereiche Entgelt, Verleihdauer der Arbeitnehmerüberlassung, Weiterbildung und Bildungsurlaub nahezu vollständig abschließen. Beim Thema Kündigungsschutz hingegen konnten wir dem Vorschlag des Arbeitgebers nicht folgen und sehen diesen als nicht abschlussfähig.

Der Arbeitgeber stellt sich vor, dass Beschäftigte ab dem 50. Lebensjahr und einer ununterbrochenen Betriebszugehörigkeit von zehn Jahren nicht mehr betriebsbedingt gekündigt werden können, es sei denn der Arbeitgeber führt eine sogenannte Betriebsänderung durch, bei der mehr als fünf Prozent der Standortbelegschaft betroffen sind.

Unter die gesetzliche Definition einer Betriebsänderung fallen u.a. verschiedene Maßnahmen, wie zum Beispiel:

  • die Einführung grundlegend neuer Arbeitsmethoden (z.B. agiles Arbeiten)
  • Outsourcing von Aufgaben
  • Fusionen mit anderen Unternehmen
  • eine Änderung der Betriebsorganisation
  • ein Personalabbauziel ab einer bestimmen Größe (Berlin ca. 8, Frankfurt ca. 3, München ca. 30, Münster ca. 90, Karlsruhe ca. 100)

Zum Vergleich: Bei der Fusion zur Fiducia & GAD IT lag das Abbauziel unternehmensweit bei 939 Beschäftigten.

Der Arbeitgeber begründet seinen Vorschlag damit, dass bei vergangenen Betriebsänderungen immer sozialverträgliche Lösungen gefunden wurden und es keine betriebsbedingten Kündigungen gab. Daher wäre der Kündigungsschutz obsolet.

Mit Blick auf die aktuell laufenden Veränderungsprozesse, die Einführung und Ausweitung von agilem Arbeiten, der Transformation und den insgesamt unruhigen Zeiten sehen wir große Notwendigkeit für einen qualitativ hochwertigen Kündigungsschutz.

63-Regel für alle!

Wir fordern die Ausweitung der aktuellen Kündigungsschutzregelung aus dem Süden auf das gesamte Unternehmen!

Diese sogenannte „63er-Regel“ sieht einen Kündigungsschutz für alle Beschäftigten vor, die in Kombination aus Lebensalter und ununterbrochener Betriebszugehörigkeit den Wert 63 erreicht haben, unabhängig von Veränderungen und Betriebsänderungen im Unternehmen.

Auch eine Besitzstandswahrung für Beschäftigte, die bereits heute unter den Schutz der 63er-Regel fallen, wurde arbeitgeberseitig abgelehnt.


Dem Argument des Arbeitgebers, dass in der Vergangenheit immer sozialverträgliche Maßnahmen gefunden wurden, können wir nicht viel abgewinnen. Gerade weil wir eine sehr starke Regelung zum Kündigungsschutz hatten, war unser Arbeitgeber bisher gezwungen, Maßnahmen wie das DFP-Programm oder die Altersteilzeit anzubieten.

Da die Verhandlungskommission nach zähen Verhandlungen keine Möglichkeit einer Einigung gesehen hat, wurde uns – der Haustarifkommission – der Vorschlag des Arbeitgebers vorgelegt.

Wir haben am 04. September 2018 das Angebot des Arbeitgebers einstimmig abgelehnt, da es aus unserer Sicht wichtig ist, euch gerade im Hinblick auf die anstehenden Veränderungen im Unternehmen ausreichend gut zu schützen.

Am Verhandlungstisch ist in der aktuellen Lage kein Weiterkommen in Sicht. Deswegen brauchen wir jetzt eure Hilfe!

Zeigt eurem Arbeitgeber, dass ihr in diesen unruhigen Zeiten weiterhin auf soliden Schutz besteht, und dass Arbeitsplatzsicherheit ein entscheidender Aspekt eines lebensphasenorientierten Tarifvertrages ist!

Unterstützt uns bei Aktionen, gebt uns Rückendeckung – in eurem eigenen Interesse! Und wer noch kein ver.di Mitglied ist: Entscheidet euch jetzt dazu, denn nur gemeinsam erzielen wir  ein gutes Ergebnis! ver.di-Mitglied könnt ihr natürlich auch online werden:

Diese Tarifinformationen gibt es hier auch zum Download als PDF: