Sparkassen

Kampfansage an die Beschäftigten im öffentlichen Dienst

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Kampfansage an die Beschäftigten im öffentlichen Dienst

Einen von ver.di vorgeschlagenen „Kurzläufer Tarifvertrag“ lehnen die Arbeitgeber ab.
Sparkassenbeschäftigte beim Warnstreik zur TRÖD in Reutlingen (11.04.2018) Christoph Zug Sparkassenbeschäftigte beim Warnstreik zur TRÖD in Reutlingen (11.04.2018)

Einen von ver.di vorgeschlagenen „Kurzläufer Tarifvertrag“ lehnen die Arbeitgeber ab. "Damit sind Arbeitskämpfe im öffentlichen Dienst im Herbst vorprogrammiert“, sagte der ver.di-Vorsitzende Frank Werneke. Was beim Sondierungsgespräch am 16.06.20 zwischen ver.di und dem Verband der Kommunalen Arbeitgeber (VKA) passiert ist, könnt ihr hier nachlesen:

Moin, liebe Kollegin, moin lieber Kollege,

in den letzten Wochen haben wir viel diskutiert, wie wir mit dem auslaufenden Tarifvertrag im öD umgehen und waren der Meinung, dass das Gebot der Stunde eine Übergangslösung bis ins nächste Jahr sein müsste, weil eine Tarifrunde in der aktuellen Situation weder für die belasteten Beschäftigten noch für die Bürgerinnen und Bürger zu vermitteln wäre. Deshalb sind wir an die Arbeitgeber herangetreten mit der Bitte, einen Übergangstarifvertrag unter Verzicht der Kündigung des aktuellen Tarifvertrages bis ins nächste Jahr abzuschließen.
Mit einer Einmalzahlung für diesen Übergang wären, so meine ich, alle Beschäftigten einverstanden gewesen. Hierbei haben wir einen Betrag in Höhe von 1.500 € für ein halbes Jahr in den Raum gestellt, der, und das wissen die Arbeitgeber auch, nicht das letzte Wort und durchaus verhandelbar gewesen wäre.
Für die VKA war dieser Betrag, wie nicht anders zu erwarten, völlig utopisch. Sie waren allerdings auch nicht in der Lage Alternativen zu benennen.
Sie wollen vielmehr jetzt einen Tarifvertrag

  • Mit langer Laufzeit von 30-48 Monaten
  • Mit einer Einmalzahlung und einer Entgelterhöhung lediglich auf Inflationsniveau

Sie haben einen Sonderweg für den ÖPNV, die Flughäfen, die öffentlichen Krankenhäuser und auch den Sparkassen gefordert, der erneute Angriff auf unsere Sparkassensonderzahlung ist also vorprogrammiert

Da diskutieren wir also möglicherweise  lediglich über eine Ziffer die nach der Null vor dem Komma folgt und uns Sparkässenbeschäftigten will man sogar noch in die Tasche greifen!

Warum reagieren die AG so?

  • Sie denken, wir sind nicht vorbereitet und mobilisierungsfähig!
  • Sie sympathisieren sogar jetzt schon offen mit einer Schlichtung, da sie davon ausgehen, dass die Beschäftigten im öD es nicht auf die Kette kriegen, ihre Positionen durchzusetzen.
Präsidiumsmitglied der ver.di Bundesfachgruppe Sparkassen und Bundesbank, Mitglied der ver.di Bundestarifkommission und Personalratsvorsitzender der Sparkasse Stade Altes Land. Ver.di Bundesverwaltung FB1 Udo Alpers  – Präsidiumsmitglied der ver.di Bundesfachgruppe Sparkassen und Bundesbank, Mitglied der ver.di Bundestarifkommission und Personalratsvorsitzender der Sparkasse Stade Altes Land.

Sie lassen durchblicken, dass wir froh sein könnten, dass uns nicht gekündigt wird. Das ist die Wertschätzung eurer Arbeitgeber, liebe Kollegin und lieber Kollege!
Im Ergebnis zeigt uns das, dass Argumente keine Rolle spielen, sondern versucht werden soll, den Beschäftigten in der aktuell belastenden Phase eine sich langwährend auswirkenden Niederlage beizufügen.

Unter diesen Vorzeichen und auch mangels Alternative haben sich die Mitglieder der Bundestarifkommission entschieden, den Tarifvertrag zu kündigen, um im Herbst die von Arbeitgeberseite herausforderte Tarifauseinandersetzung anzugehen.

Das ist eine Frechheit und eine Provokation sondergleichen! 
Wir werden zeigen müssen, was wir davon halten.

Was ist jetzt zu tun? 
Nach dieser klaren Kampfansage der Arbeitgeber müssen wir den Arbeitgebern zeigen, dass wir uns nichts wegnehmen lassen, dazu brauchen wir eure Unterstützung.
Wir können es nicht hinnehmen, dass die Beschäftigten im öffentlichen Dienst wenig Anerkennung/Geld bekommen und die Sparkassenbeschäftigten noch weniger Anerkennung/Geld bekommen oder man am Ende Ihnen noch in die Tasche greifen will (erinnert euch an die letzte Tarifrunde und die Angriffe auf unsere Sparkassensonderzahlung). In den kommenden Wochen führen wir unter den ver.di Mitgliedern eine Forderungsdebatte durch.
Beteiligt euch bitte daran.

Wenn die Forderungen dann am 25.8.2020 in der Bundestarifkommission beschlossen wurden, braucht unsere Verhandlungsspitze eure Hilfe. Diese
Angriffe werden wir nicht alleine am Verhandlungstisch entscheiden, sondern auf der Straße und dazu brauchen wir euch.
Beteiligt euch an ver.di Aktionen und werdet Mitglied.

Euer Udo Alpers
Präsidiumsmitglied der ver.di Bundesfachgruppe Sparkassen und Bundesbank,
Mitglied der ver.di Bundestarifkommission und
Personalratsvorsitzender der Sparkasse Stade Altes Land.

  

Im folgenden Video nehmen 3 unserer 4 Kolleginnen und Kollegen aus der Bundestarifkommission für den öffentlichen Dienst, Stellung zu dem Verlauf des Sondierungsgespräches, der Angleichung der Arbeitszeit von Ost und West, sowie zur Sparkassensonderzahlung: 


Tarifverträge schaffen Sicherheit in schwierigen Zeiten

Wir erleben gerade eine Situation, die uns als Gesellschaft vor große Herausforderungen stellt und es ist zu befürchten, dass sich auch die wirtschaftliche Situation gravierend verändern kann. Gerade in schwierigen Zeiten sichern Tarifverträge die Einkommen und die Arbeitsbedingungen von Beschäftigten.

Gute Tarifverträge brauchen starke Gewerkschaften, deshalb jetzt Mitglied werden!


Immer noch nicht Mitglied bei ver.di?

Jetzt aber los – gemeinsam für gute Tarife bei den Sparkassen!


Ich will mehr Infos zu ver.di!

Mehr Infos zur Tarifrunde im Öffentlichen Dienst 2020:

Keine Sonderopfer für die Sparkassen
© ver.di FB1