Tarifrunde öD Sparkassen 2018

Was geht bei den Sparkassen?

Tarifrunde Sparkassen

Was geht bei den Sparkassen?

Arbeitgeber weisen ver.di-Forderung zurück
Jahresüberschuss Sparkassen ver.di Jahresüberschuss Sparkassen

Am Montag haben die Verhandlungen für den öffentlichen Dienst in Potsdam begonnen. Und es beginnt so, wie es in den letzten Jahren immer begonnen hat: Die Arbeitgeber weisen unsere Forderungen trotz Rekord-Steuereinnahmen als völlig überzogen zurück. Die Vertreter der Sparkassen sind da leider keine Ausnahme.

Sind unsere Forderungen wirklich „nicht erfüllbar“ und „passen nicht in die Realität“? Machen wir doch mal den Realitätscheck bei den Sparkassen.

Was sind unsere Forderungen?
Entgelterhöhungen um 6,0 Prozent, mindestens aber um 200 Euro monatlich. Die Entgelte der Auszubildenden und Praktikantinnen/Praktikanten sollen um 100 Euro monatlich erhöht werden. Bei 12 Monaten Laufzeit.

Die Regelung zur Übernahme der Auszubildenden nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung soll wieder in Kraft gesetzt werden. Die Erwartungen an die Arbeitgeber richten sich ferner auf die Verlängerung der Regelungen zur Altersteilzeit.

Für Auszubildende erwarten wir u.a., dass die Dauer des Anspruchs auf Erholungsurlaub auf 30 Arbeitstage angehoben wird. Außerdem erwarten wir eine Öffnungsklausel für Verhandlungen über ein kostenloses Nahverkehrsticket.

Aber das geht doch nicht! Doch, das geht!
Die 43 Sparkassen in Niedersachsen haben sich 2017 erfolgreich im Markt behauptet. „Mit den Ergebnissen sind wir angesichts der herausfordernden Rahmenbedingungen zufrieden“, kommentiert Thomas Mang, Präsident des Sparkassenverbandes Niedersachsen, beim Bilanzpressegespräch Bilanzpressegespräch in Hannover die Geschäftsergebnisse. Das Kreditgeschäft sei gewachsen, gleichzeitig vertrauten die Kunden den Sparkassen auch weiterhin ihre Einlagen an. Das Geschäftsmodell der Sparkassen gehe also auf. Auch die Beratung trage Früchte, denn die Kunden entdeckten vermehrt ihre Möglichkeiten im Wertpapiergeschäft, berichtet Thomas Mang weiter.

Pauschal kann man sagen, dass alle unsere Forderungen von den Arbeitgebern zurückgewiesen wurden. Der Investitionsrückstau im öffentlichen Dienst müsse zunächst abgebaut werden. Da sei kein Platz für die Forderungen, die in dieser Form den Beschäftigten zu Gute kämen. Und wenn mehr Geld gezahlt werden müsste, dann erinnert die Positionen der Arbeitgeber seit Jahren an den Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“: Das Lohnniveau in den unteren Vergütungsgruppen
sei höher als in der privaten Wirtschaft und eine soziale Komponente (z.B. in Form eines Mindestbetrages) somit nicht zeitgemäß.

Der öffentliche Dienst habe ein Problem in den oberen Entgeltgruppen, was zu einem Fachkräftemangel führe. Auch die Forderungen für die Beschäftigten der Zukunft, den Auszubildenden, ernten nur Kopfschütteln. Der öffentliche Dienst wäre sonst absolut nicht mehr in der Lage, weiterhin über Bedarf auszubilden.