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Provinzial NordWest: Sozial geschützt

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Provinzial NordWest: Sozial geschützt

ver.di konnte für die Beschäftigten bei Provinzial NordWest einen zukunftsweisenden Tarifvertrag vereinbaren
Schützende Hände aus der Zukunft Comfreak, pixabay.com Schützende Hände aus der Zukunft

20. Januar 2019 | ver.di konnte für die rund 3.500 Beschäftigten im Provinzial NordWest Konzern (PNW) einen für die gesamte Versicherungswirtschaft zukunftsweisenden Tarifvertrag vereinbaren.

„Die Beschäftigten der PNW erhalten eine in der Versicherungsbranche einmalige Schutzregelung. Im Gegenzug haben sich ver.di und die betrieblichen Mitbestimmungsgremien verpflichtet, notwendige Veränderungsprozesse in der so geregelten Form aktiv und zügig zu begleiten und zu unterstützen. Eingriffe in die Arbeitsbedingungen sind nicht vorgesehen“, sagte ver.di-Verhandlungsführer Frank Fassin.

Gerade in der Situation des Fusionsprüfungsprozesses sei der Tarifvertrag ein hartes Stück Arbeit gewesen, das aber im Ergebnis eine für die gesamte Versicherungswirtschaft wegweisende Vereinbarung ergeben habe, so Fassin. Die Vereinbarung sei vor allem auch durch den hohen ver.di-Organisationsgrad bei der PNW ermöglicht worden. Der Tarifvertrag sei wichtig, allerdings auch keine Zustimmung zu einer Fusion. Hierzu müsse in den Verhandlungen der öffentliche Auftrag, als elementare Bedingung, festgeschrieben werden.

Die Vereinbarung beinhaltet folgende Schutzregelungen:

  • Beschäftigungsschutz: Betriebsbedingte Beendigungskündigungen schließt der Tarifvertrag bis Juni 2025 aus.
  • Standortsicherung: Die Betriebe Münster, Kiel und Hamburg werden dauerhaft gesichert. Alle drei Standorte sollen sich quantitativ wie qualitativ ausgewogen entwickeln.
  • Schutz vor Outsourcing: Fremdvergabe ist nur in sehr eng beschriebenen Grenzen überhaupt möglich. In jedem Fall sind negative Auswirkungen für eventuell betroffene Beschäftigte ausgeschlossen.
  • Sicherung der Arbeitsbedingungen: In jedem einzelnen Fall einer Veränderung des Arbeitsplatzes kommen die bestehenden oder künftig abzuschließenden Sozialpläne zur Anwendung.
  • Tarifbindung: In allen Teilen des Konzerns sollen auch zukünftig die ver.di-Tarifverträge gelten.
  • Erweiterung von Beteiligungsrechten: Die Betriebsräte im Konzern erhalten erweiterte Beteiligungsrechte, insbesondere zur Arbeitnehmerqualifizierung, zum Wissenstransfer und zum Erhalt bzw. der Förderung der Gesundheit. Darüber hinaus ist zu verhandeln, wie die betriebsrätliche Beteiligung bei der Planung, Entscheidung und Umsetzung von betrieblichen Veränderungen auf eine noch breitere Grundlage gestellt werden kann.
  • Fusionsvorbehalt: Für den Fall einer Fusion oder einer wesentlichen Änderung der Anteilseignerstruktur der PNW hat das Unternehmen ein vorzeitiges Kündigungsrecht des Tarifvertrages. Die Kündigung kann allerdings nur mit einer Frist von einem Jahr erfolgen und frühestens zum Ende Juni 2022.

 

Ein Ergebnis, dass nur mit einer starken Basis möglich war

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